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Sep 19

Künstlersozialabgabe – Risiken für viele Unternehmer

Kein Firmenchef sollte das Thema auf die leichte Schulter nehmen. Am besten bespricht er es ausführlich mit einem Steu­erberater. Geht es um die Beschäftigung von Künstlern, Werbern und Kreativen, liegt der Teufel bei Steuern und Abgaben nämlich ganz besonders im Detail.

 DIE KSK GREIFT HART DURCH

Zur Kasse gebeten werden nicht nur klas­sische Auftraggeber der Künstler und Pu­blizisten wie Theater, Verlage oder Galeri­en. Jeder Betrieb, der Kreative engagiert und ihre Werke für Unternehmenszwecke nutzt, muss ab dem vierten Auftrag pro Jahr die Abgabe zahlen. Noch härter trifft es Unternehmen, die regelmäßig Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit betreiben und damit Texter, Grafiker, Designer oder Fo­tografen betrauen. Was nun regelmäßig oder – wie das Gesetz sagt – „nicht nur ge­legentlich“ bedeutet, darüber lässt sich streiten, denn es fehlt eine klare Regelung. Die KSK legt das sehr eng aus. Im Einzelfall reicht ein Auftrag aus.

Unabhängig von enger Auslegung und rigider Prüfpraxis werden Prozesse gegen die Verfassungs­mäßigkeit der KSK-Abgabe wenig Chan­cen haben. Firmenchefs, die nicht zahlen, gehen sogar ein steigendes Risiko ein: Nach fünf Jahren Prüfpraxis können sie kaum behaupten, sie wüssten nichts von der Abgabepflicht.

Für die betroffenen Betriebe hätte das gravierende Folgen. Gehen die Prüfer davon aus, dass Beiträ­ge vorsätzlich vorenthalten wurden, ist die Verjährung ausgesetzt.  Die Abgabe wird also nicht für fünf, sondern rückwirkend für zehn oder mehr Jahre fällig – plus sat­ter Säumniszuschläge. Bei einem Zinssatz von einem Prozent pro Monat auf die ge­schuldete Summe kann der Versuch, sich um die Zahlungen an die KSK herumzu­drücken, also ziemlich teuer werden.

Diese Abgaben werden bei der Beschäftigung von selbständigen Künstlern und Werbern und Graphikern fällig

Die Abgabepflicht betrifft alle   Firmen, die regelmäßig Aufträge an Selbständige, Gewerbetreiben­de,   Einzelunternehmer oder Personengesellschaften vergeben, um Werbung und Öffentlich­keitsarbeit in eigener Sache zu   betreiben, oder deren Werke für Unternehmenszwecke nutzen. Ab dem vierten Auftrag pro   Jahr ist für alle   gezahlten Honorare und Gagen inklusive Nebenleis­tungen (etwa die   Programmierung beim Web-Design-Auftrag) die KSA zu entrichten. Lassen Firmen wiederholt Werbematerial von   Fotografen, Werbeagenturen, Web-Designern oder anderen Kreativen erstellen, geht die Künstlersozialkasse schon bei einem jährlichen Auftrag von einer Regelmäßigkeit aus. Details gibt es unter www.kuenstlersozialkasse.de   Höhe der Abgabe: Derzeit 3,9 Prozent   des Auftragswerts. Der Satz wird jedes Jahr neu festgesetzt. Befreit sind Zahlungen  an juristische Personen wie GmbH oder AG, aber auch an eine KG. Ausgenommen   sind Umsatzsteuer und Druckkosten, sofern diese gesondert in der Rechnung   ausgewiesen sind, sowie steuerfrei erstattete Reise- oder Bewirtungskosten.

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