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Apr 10

Steuerbegünstigter Arbeitslohn – Mehr Netto vom Brutto (Teil 2)

 von Fehlgeldentschädigung bis Vermögenswirksame Leistungen

Von jedem Euro einer Gehaltserhöhung geht oft mehr als die Hälfte für Steuern und Sozialabgaben drauf. Dieser Aussicht auf verminderten Nettolohn können Arbeitnehmer begegnen, indem sie steuerbegünstigte oder steuerfreie Gehaltsbestandteile aushandeln. Das ist auch für den Arbeitgeber interessant, da auf steuerfreie Zahlungen keine Sozialabgaben fällig werden, die ansonsten der Betrieb zur Hälfte trägt

 

2.8     Fehlgeldentschädigungen

Mankogelder sind bei solchen Arbeitnehmern lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, die im Kassen- oder Zähldienst beschäftigt sind. Der Betrag darf allerdings bei einer pauschalen Entschädigung monatlich 16 € nicht übersteigen. Wird mehr gezahlt, ist nur der übersteigende Betrag steuerpflichtig. Achtung: Werden tatsächliche Kassenfehlbestände ersetzt, ist der gesamte Betrag lohnsteuer- und sozial­ver­siche­rungsfrei!

Hinweis
Die Finanzbehörden legen den Begriff „Kassen- und Zähldienst“ weit aus: Nicht nur Kassierer in Warenhäusern oder Supermärkten gehören dazu, sondern – seit Einführung der Praxisgebühr – auch Sprechstundenhilfen.

2.9     Geburtstagsfeiern

Richten Sie als Arbeitgeber anlässlich des runden Geburtstags eines Arbeitnehmers einen Empfang aus, stellen die Aufwendungen keinen Sachbezug dar, wenn es sich um eine betriebliche Veranstaltung handelt. Hierfür sprechen unter anderem folgende Indizien:

  • Sie treten als Gastgeber auf, bestimmen die Gästeliste, und der Empfang findet in den Geschäftsräumen Ihres Unternehmens statt.
  • Die Kosten pro Teilnehmer dürfen wie bei den Betriebsfeiern 110 € (brutto) nicht überschreiten (vgl. Punkt 2.6).

2.10   Gesundheitsförderung

Der Arbeitgeber kann pro Arbeitnehmer und Jahr bis zu 500 € steuer- und sozialabgabenfrei für Gesundheitsförderungsmaßnahmen vergeben. Dies gilt sowohl für innerbetriebliche Aktionen als auch für Barzuschüsse, wenn der Arbeitnehmer beispielsweise nach Feierabend ein Bewegungstraining besucht. Der Förderkatalog reicht von gesundheitsgerechter betrieblicher Gemeinschaftsverpflegung über Stressbewältigung am Arbeitsplatz und Vorbeugung gegen Belastungen des Bewegungsapparats bis hin zu Maßnahmen gegen Suchtmittelkonsum wie beispielsweise „rauchfrei im Betrieb“ oder „Nüchternheit am Arbeitsplatz“.

Unter die Steuerbefreiung fallen auch Barzuschüsse des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer, die diese für externe Maßnahmen aufwenden. Der Betrieb kann die entstandenen Kosten direkt bezahlen oder im Nachhinein erstatten. Die Übernahme von Mitgliedsbeiträgen an Sportvereine ist aber nicht steuerbefreit. Der Betrieb darf den Besuch des Fitnessstudios dann steuerfrei finanzieren, wenn seine Angebote von einer Krankenkasse als förderungswürdig eingestuft sind.

Hinweis
Wichtig ist jedoch, dass der Arbeitnehmer die Leistung zusätzlich zu seinem normalen Gehalt erhält. Der Betrieb darf also den Lohn nicht um jährlich 500 € mindern, die er dem Mitarbeiter dann für Gesundheitsmaßnahmen wiedergibt. Möglich ist jedoch der umgekehrte Weg: Werden beispielsweise statt 600 € Gehaltserhöhung im Jahr 500 € für die Gesundheit vereinbart, erhält der Angestellte durch die erreichte Steuerfreiheit netto mehr.

2.11   Job-Tickets

Die kostenlos oder verbilligt abgegebene Fahrkarte für den Verkehrsverbund stellt zwar steuerpflichtigen Arbeitslohn dar. Dem können Angestellte aber ausweichen, indem sie die Freigrenze für Sachbezüge von monatlich 44 € in Anspruch nehmen. Ist der Vorteil nicht höher, bleibt das verbilligte Job-Ticket ohne Steuerlast, selbst wenn die Angestellten es nur privat verwenden. Diese Freigrenze wirkt sich in der Regel nur bei der Überlassung einer Monatskarte aus. Denn bei einer Jahreskarte fließt der geldwerte Vorteil bereits bei der Überlassung geballt zu; so dass der geldwerte Vorteil die 44-€-Freigrenze überschreitet.

Hinweis
Die Freigrenze gilt aber nur bei einem Sachbezug und nicht bei einem Barzuschuss. Daher muss der Arbeitgeber das Job-Ticket vom Verkehrsunternehmen erwerben und verbilligt an seinen Arbeitnehmer abgeben.

Fahrtkostenzuschüsse des Arbeitgebers zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers für Pendelfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind in vollem Umfang lohnsteuerpflichtig. Der Fiskus bietet dem Arbeitgeber allerdings die Möglichkeit, die Lohnsteuer mit 15 % pauschal zu erheben.

Der geldwerte Vorteil bei der unentgeltlichen oder verbilligten Überlassung von Job-Tickets bestimmt sich nach dem Betrag, den der Arbeitgeber an den Verkehrsträger entrichtet. Eine übliche Tarifermäßigung, die Arbeitgeber als „Großkunden“ oft in Form eines prozentualen Preisnachlasses erhalten, ist nicht lohnsteuerpflichtig. Ein Sachbezug liegt hier nur vor, soweit der Arbeitnehmer das Job-Ticket darüber hinaus verbilligt oder unentgeltlich von seinem Arbeitgeber erhält.
Beispiel
Ein Arbeitnehmer, der 15 km vom Arbeitsort entfernt wohnt, erhält im Rahmen eines Firmenabos von seinem Arbeitgeber ein monatliches Job-Ticket, das zum Normaltarif 100 € kostet, gegen Zuzahlung von 45 €. Das Verkehrsunternehmen gewährt dem Arbeitgeber einen Großkundenpreisnachlass von 10 %.
üblicher Preis eines Job-Tickets                            100,00 €
Großkundenermäßigung von 10 %                         10,00 €
vom Arbeitgeber zu entrichten                                90,00 €
davon pauschal nur 96 % (gesetzlicher
Abschlag von 4 % vom üblichen Verkaufspreis)    86,40 €
abzüglich Zuzahlung des Arbeitnehmers                45,00 €
monatlicher geldwerter Vorteil                                41,40 €
Werden keine weiteren Sachbezüge im Monat gewährt, bleibt der Vorteil von 41,40 € lohnsteuerfrei.

2.12   Kinderbetreuung

Generell lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei ist die kostenlose Betreuung der Kinder von Arbeitnehmern im firmeneigenen Kindergarten. Darüber hinaus sind auch die zusätzlich zum Arbeitslohn erbrachten Leistungen des Arbeitgebers für die Unterbringung, Betreuung und Verpflegung von nicht schulpflichtigen Kindern, die außer Haus betreut werden, steuerfrei. Dabei können die Kinder im Kindergarten, einer Kindertagesstätte oder Kinderkrippe sowie bei einer Tagesmutter untergebracht sein. Eine Gehaltsumwandlung ist nicht möglich.

Zahlt der Arbeitgeber den Zuschuss in bar aus, muss ihm der Arbeitnehmer einen Nachweis über die angefallenen Kosten einreichen. Der Arbeitgeber muss diese Nachweise im Original als Belege zum Lohnkonto aufbewahren. Der Höhe sind hierbei keine Grenzen gesetzt, sofern der Betrag nicht über den tatsächlichen Kosten für Kinderhort oder Tagesmutter liegt. In Höhe Ihrer Er­stattungen können die Eltern dann jedoch keine Kinderbetreuungskosten mehr in der Steuererklärung geltend machen.

Tipp
Mit dem Kindergartenzuschuss bekommen Arbeitnehmer eine steuerfreie Gehaltserhöhung, wenn sie mit ihrem Arbeitgeber vereinbaren, dass die nächste Lohnerhöhung für den Nachwuchs gezahlt wird. Die Erhöhung darf aber nicht über den Kosten für Kindergarten oder Tagesmutter liegen. Dabei muss nicht der beschäftigte Elternteil die Kosten tragen. Lebt das Kind beispielsweise beim Ex-Partner, kann der Betrieb auch dessen Aufwendungen übernehmen, ohne dass das Finanzamt darauf zugreift.

 

Vorsicht
Aufwendungen für die allgemeine Betreuung im Haushalt sowie die Unterrichtung von Kindern können nicht lohn­steuer- und sozialversicherungsfrei gezahlt werden. Zudem sind Leistungen des Arbeitgebers, die den Unterricht von Kindern ermöglichen (z.B. der Besuch einer Vorschule), aber nicht unmittelbar ihrer Betreuung dienen (z.B. die Beförderung zwischen Wohnung und Kindergarten), lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig. Bezahlt der Arbeitgeber auch die Betreuung schulpflichtiger Kinder – etwa im Hort -, sind diese Beihilfen ebenfalls steuerpflichtig.

 

Hinweis zur Umsatzsteuer
Das Zurverfügungstellen von Betriebskindergärten ist nicht umsatzsteuerbar.

2.13   Mahlzeiten

Die unentgeltliche oder verbilligte Verpflegung durch den Arbeitgeber führt zu steuer- und beitragspflichtigem Arbeitsentgelt. Dies kann durch die Sachbezugswerte berücksichtigt werden, die die Finanzverwaltung jährlich für Frühstück sowie Mittag- und Abendessen festlegt und die zumeist niedriger sind als der tatsächliche Wert der Mahlzeit. Der Sachbezugswert, in dem die Getränke übrigens inbegriffen sind, beträgt für 2011 bzw. 2012

  • 1,57 € für ein Frühstück (wie 2010) und
  • 2,83 € bzw. 2,87 € für ein Mittag- oder Abendessen (2010: 2,80 €).

Zuzahlungen des Arbeitnehmers mindern den Sachbezugswert. Die Werte gelten auch, wenn der Arbeitnehmer Essenmarken oder Restaurantschecks erhält. Voraussetzung für die begünstigten Mahlzeiten ist, dass

  • tatsächlich Mahlzeiten abgegeben werden,
  • für jede Mahlzeit lediglich eine Essenmarke täglich in Zahlung genommen wird,
  • der Verrechnungswert einer Marke den Sachbezugswert einer Mittagsmahlzeit um nicht mehr als 3,10 € übersteigt und
  • die Essenmarke nicht an Arbeitnehmer ausgegeben wird, die eine Dienstreise unternehmen bzw. eine Einsatzwechseltätigkeit oder Fahrtätigkeit ausüben.

Hinweis
Die Lohnsteuer kann auch pauschal mit 25 % erhoben werden, so dass die Zuschüsse in der Sozialversicherung beitragsfrei sind.

 

Hinweis zur Umsatzsteuer
Es ist zu unterscheiden:
Unentgeltliche Abgabe von Mahlzeiten in der Betriebskantine: Diese unterliegt der Umsatzsteuer, wobei als Bemessungsgrundlage die lohnsteuerlichen Werte herangezogen werden.
Abgabe von Mahlzeiten in einer fremden Kantine: Der Arbeitgeber erbringt gegenüber dem Arbeitnehmer eine sonstige Leistung. Bemessungsgrundlage sind die beim Arbeitgeber entstandenen Kosten.

2.14   Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge

Folgende Lohnzuschläge sind steuerfrei, soweit sie für

  • Nachtarbeit 25 %,
  • Sonntagsarbeit 50 %,
  • Feiertagsarbeit und Arbeit am 31.12. ab 14.00 Uhr 125 % und für
  • Arbeit am 24.12. ab 14.00 Uhr, am 25. und 26.12. sowie am 01.05. 150 %

des Grundlohns nicht übersteigen. Wird an Sonn- und Feiertagen auch nachts gearbeitet, so erhöhen sich die Sonn- und Feiertagszuschläge um den Zuschlagssatz für Nachtarbeit.

Pauschale Zuschläge sind allerdings dann nicht steuerfrei, wenn sie Teil einer einheitlichen Tätigkeitsvergütung sind. Die Vergünstigung wird nämlich nur dann als Pauschale gewährt, wenn es sich um Abschlagszahlungen oder Vorschüsse auf Zuschläge für tatsächlich geleistete Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit handelt.

Hinweis
Unabhängig von der steuerlichen Regelung besteht seit dem 01.07.2006 bei einem Stundenlohn von mehr als 25 € Sozialversicherungspflicht. Insoweit weicht das Sozialversicherungsrecht vom Steuerrecht ab.

2.15   Pauschalsteuer auf Sachzuwendungen

Sachzuwendungen müssen nicht generell als geldwerter Vorteil mit dem üblichen Verkaufspreis über die Lohnsteuerkarte erfasst werden. Der Arbeitgeber kann die Steuer auf Sachzuwendungen selbst übernehmen und pauschal versteuern. Dies kann er für alle Zuwendungen tun, die nicht in Barem bestehen. Hierunter fallen generell alle Zuwendungen an eigene Arbeitnehmer, die Sachbezüge sind und für die es keine gesetzlich gesonderte Bewertungsmöglichkeit gibt.

Das Wahlrecht zur Anwendung der Pauschalierung der Einkommensteuer ist einheitlich für alle innerhalb eines Wirtschaftsjahres gewährten Zuwendungen auszuüben. Bei einigen Arbeitgeberzuschüssen greift die Pauschalsteuer allerdings nicht. Dazu zählen:

  • Fahrtkostenzuschüsse
  • Kindergartenzuschuss
  • Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit

Hinweis
Der Arbeitgeber kann sich sogar noch im Nachhinein überlegen, ob er die Pauschalregel anwenden möchte. Die Entscheidung ist spätestens in der letzten Lohnsteuer-Anmeldung des Wirtschaftsjahres der Zuwendung zu treffen. Hierfür reicht eine geänderte Anmeldung aus, solange dies verfahrensrechtlich noch möglich ist.

2.16   Privatnutzung betrieblicher Telefone

Die Vorteile, die einem Arbeitnehmer aus der privaten Nutzung von betrieblichen Computern oder Telekommunikationseinrichtungen erwachsen, sind steuerfrei. Dies gilt beispielsweise auch für Mobiltelefone im Auto oder den Computer in der Wohnung des Arbeitnehmers. Die vom Arbeitgeber getragenen Verbindungsentgelte (Grundgebühr und laufende Kosten) sind ebenfalls steuerfrei. Die Steuerfreiheit umfasst auch die Nutzung von Zubehör und Software.

Hinweis
Die Steuerfreiheit gilt unabhängig vom Verhältnis der beruflichen zur privaten Nutzung beim Arbeitnehmer.

 

Hinweis zur Umsatzsteuer
Es ist zu unterscheiden:
Privatnutzung des betrieblichen Telefons gegen Entgelt: Kann der Arbeitnehmer das betriebliche Telefon privat nutzen und hat er dafür ein Entgelt an den Arbeitgeber zu zahlen, ist dies ein umsatzsteuerbarer und auch steuerpflichtiger Vorgang.
Privatnutzung des betrieblichen Telefons ohne Entgelt: Wenn der Arbeitnehmer das Telefon für private Zwecke kostenlos benutzen darf, erbringt der Arbeitgeber ihm gegenüber grundsätzlich eine steuerbare und steuerpflichtige unentgeltliche Wertabgabe.
Privatnutzung des Telefons gegen den Willen des Arbeitgebers: Fehlt es an der willentlichen Wertabgabe des Arbeitgebers, liegt ein nicht steuerbarer Vorgang vor, aus dem gegebenenfalls zivil- bzw. arbeitsrechtliche Konsequenzen zu ziehen sind.

2.17   Sachprämien bei Kundenbindungsprogrammen

Steuerfrei sind Sachprämien, die der Arbeitnehmer unentgeltlich für die persönliche Inanspruchnahme von Dienstleistungen von Unternehmen erhält, die diese zur Kundenbindung im allgemeinen Geschäftsverkehr gewähren (z.B. Bonusmeilen). Der Prämienwert darf allerdings jährlich 1.080 € nicht übersteigen (vgl. Punkt 2.5). Dies gilt auch für die Sozialversicherung.

Vergünstigungen in Form von Freiflügen wie bei „Miles&More“ haben beim Arbeitnehmer keine steuerliche Auswirkung. Nutzt er den Bonus, den er auf dienstlichen Reisen angesammelt hat, für private Reisen, bleibt dieser bis zu 1.080 € steuerfrei. Was darüber hinausgeht, versteuern Fluggesellschaften pauschal. Somit unterliegt der Vorteil nur dann der Lohn­steuer, wenn eine Fluggesellschaft die pauschale Regelung nicht anwendet.

Hinweis
Die Lohnsteuer kann auch pauschal mit 25 % erhoben werden. Die Pauschalsteuer ist bei der Sozialversicherung beitragsfrei.

2.18   Schadenersatz

Schadenersatzleistungen des Arbeitgebers gehören nicht zum Arbeitslohn, wenn er hierzu verpflichtet ist oder einen zivilrechtlichen Scha­denersatzanspruch des Arbeitnehmers wegen schuldhafter Verletzungen arbeitsvertraglicher Fürsorgepflichten erfüllt.

Hinweis zur Umsatzsteuer
Beim Schadenersatz fehlt es an einem Leistungsaustausch, so dass er nicht steuerbar ist.

2.19   Sonstige Beihilfen

Als sonstige Beihilfen kommen Erholungsbeihilfen und Beihilfen im Krankheits- oder Unglücksfall in Betracht. Erholungsbeihilfen stellen grundsätzlich steuerpflichtigen Arbeitslohn dar.

Hinweis
Für sonstige Beihilfen ist jedoch eine Lohnsteuerpauschalierung von 25 % möglich.
Maximale jährliche Förderung:
für Arbeitnehmer                                                        156 €
für Ehegatten                                                              104 €
und je Kind                                                                    52 €

Beihilfen im Krankheits- oder Unglücksfall sind bis 600 € je Kalenderjahr lohnsteuer- und sozialver­sicherungsfrei. Bei Betrieben mit mehr als fünf Arbeitnehmern müssen zusätzliche Voraussetzungen erfüllt werden (z.B. Unterstützungskasse, Beteiligung des Betriebsrats etc.).

2.20 Sparanreize

2.20.1 Mitarbeiterbeteiligung

Die Abgabe von Firmenbeteiligungen bleibt bei jährlichen Kursvorteilen bis zu 360 € steuer- und sozialversicherungsfrei. Diese Vergünstigung bezieht sich auf die unentgeltliche oder verbilligte Überlassung von Vermögensbeteiligungen am Unternehmen des Arbeitgebers und an den 2009 neu eingeführten Mitarbeiterbeteiligungsfonds. Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist dabei noch nicht einmal, dass die Vermögensbeteiligung zusätzlich zu ohnehin geschuldeten Leistungen gewährt wird. Somit darf die Beteiligung auch auf bestehende oder künftige Lohnansprüche angerechnet werden.

Voraussetzung ist jedoch, dass die Förderung allen Arbeitnehmern offensteht, die mindestens ein Jahr im Betrieb beschäftigt sind. Die Teilnahme an Mitarbeiterkapitalbeteiligungen muss freiwillig sein. Nicht begünstigt sind Geldleistungen des Arbeitgebers zum Erwerb von Beteiligungen sowie der Erwerb von herkömmlichen Aktien- oder Mischfonds.

Tipp
Gefördert werden Personen im Rahmen eines gegenwärtigen Dienstverhältnisses, also auch Aushilfskräfte und Mini-Jobber. Die Steuerfreiheit kann beim unterjährigen Arbeitgeberwechsel oder bei parallelen Arbeitsverhältnissen mehrfach in Anspruch genommen werden.

2.20.2 Vermögenswirksame Leistungen (VL)

Hierbei erhalten Geringverdiener bis zu bestimmten Einkommensgrenzen eine Arbeitnehmer-Sparzulage, sofern sie den jeweiligen Höchstbetrag im Jahr sparen. Die Mittel kann der Arbeitgeber laut Vereinbarung oder Tarifvertrag zusätzlich zum normalen Gehalt extra auszahlen. Alternativ kann der Arbeitnehmer den Betrag vom eigenen Lohn abzweigen. Hier bleibt nichts steuerfrei, das Gehalt unterliegt ganz normal der Lohnsteuer. Die VL kann in direkte Beteiligungen am eigenen Betrieb, aber auch in herkömmliche Aktienfonds oder Genussscheine fließen. Alternativ kann auch ein Sparvertrag abgeschlossen werden.

Für VL liegt der Fördersatz bei 20 %, sofern sie in Beteiligungen angelegt werden. Die Arbeitnehmer-Spar­zu­la­ge wird gewährt, wenn bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Die Förderung für Bausparverträge ist geringer.

Vertragsart                          Wertpapier        Bausparen

Maximale Sparrate/Jahr                400 €                  470 €
Zulagensatz                                      20 %                     9 %
Maximale Zulage/Jahr                     80 €               42,30 €
Einkommensgrenze
Ledige                                         20.000 €            40.000 €
Verheiratete                               17.900 €            35.800 €

Tipp
Beide Zulagen gibt es nebeneinander, wenn zwei unterschiedliche Verträge für Wertpapiere und Bausparen bespart werden. Damit ergibt sich eine maximale Sparrate von 870 € mit einer jährlichen Förderleistung von 122,30 €.

Maßgebend ist das zu versteuernde Einkommen. Vom Jahresgehalt werden daher Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und Kinderfreibeträge abgezogen. Der Arbeitnehmer darf also im Jahr deutlich mehr als 17.900 € bzw. 20.000 € verdienen, um noch in den Genuss der Zulage zu kommen. Private Kapitalerträge fließen ab 2009 nicht mehr in die Einkommensgrenze ein, weil diese bereits auf Ebene der Bank der Abgeltungsteuer unterliegen.

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