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Die Betriebsprüfung – einige Schwerpunkte für bargeld intensive Betriebe in 2015

Im Rückblick auf die Betriebsprüfungen bei bargeld intensiven Betrieben des Jahres 2015 ließen sich auch für dieses Jahr wieder Schwerpunkte bei der Vorgehensweise erkennen. Im einzelnen sind diese:

Das Kassenbuch:

bilanzierende Unternehmer sind verpflichtet ein Kassenbuch zu führen. Bei bargeldintensiven Betrieben ist Überprüfung des Kassenbuchs regelmäßig einer der 1. Schritte in der Prüfung. Hierzu bedienen sich die Prüfer ihres EDV Programms IDEAiIn das die Daten eingelesen werden und durch die Prüfroutinen durchlaufen. Tauchen hierbei Fehler auf, die erheblich sind, eröffnen sich so für den Prüfer Schätzungsmöglichkeiten, da er die Ordnungsmäßigkeit der Buchhaltung verwerfen kann. Ab dann kippt die Feststellungslast zum Steuerpflichtigen und nun hat dieser nachzuweisen, dass seine Aufzeichnungen richtig sind bzw. seine Einnahmen korrekt ermittelt sind. Dies wird natürlich bei Fehlern im Kassenbuch nur schwierig möglich sein.
Bei Unternehmern die ihren Gewinn durch eine Einnahmenüberschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG ermitteln entfällt die Verpflichtung zur Führung eines Kassenbuchs. Jedoch müssen auch diese Betriebe ihre Einnahmen und Ausgaben so aufzeichnen, dass ein Betriebsprüfer leicht die entsprechenden Zahlungen nachvollziehen kann. Hierzu empfiehlt es sich ein Tagesblatt zu führen, auf dem Einnahmen und Ausgaben sowie Entnahmen und Einlagen ersichtlich sind. Ebenfalls empfiehlt es sich Einzahlungen aus den Tageseinnahmen auf die Bank ebenfalls zu dokumentieren, denn alle Zahlungen die auf die Bank eingezahlt werden, prüft der Betriebsprüfer insbesondere. Diese Zahlungsströme müssen lückenlos nachgewiesen werden können.
Der Vorteil bei der Einnahmenüberschussrechnung besteht für Steuerpflichtigen darin, dass er keine Bücher führen muss, sondern lediglich Aufzeichnungen erstellt. Diese Aufzeichnungen müssen es jedoch dem Betriebsprüfer ermöglichen sich einen schnellen Überblick über die Buchhaltung zu verschaffen. Jedoch können meines Erachtens nicht die strengen Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung für diese Aufzeichnungen zugrunde gelegt werden.

Die Registrierkasse:

hier hat sich in den letzten Jahren besonders viel getan. Was geblieben ist, ist die Verpflichtung das Benutzerhandbuch der Kasse sowie alle Änderungen in der Kassenprogrammierung 10 Jahre aufzubewahren. Ebenfalls müssen die Daten aus der Registrierkasse gespeichert und lesbar für 10 Jahre aufbewahrt werden. Dies jedoch nur, wenn die Registrierkasse diese Option vorsieht. Ebenfalls ist der Unternehmer verpflichtet Registrierkassen nachzurüsten, wenn sein Hersteller dies anbietet. Ansonsten verstößt der Unternehmer gegen die Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung und Speicherbuchführung. Dies erlaubt wiederum die Schätzung der Einnahmen, wenn es weitere Anhaltspunkte gibt die an eine korrekte Aufzeichnung durch den Unternehmer infrage stellen. Weiterhin diskutiert wird die Einführung von Kassensystemen, die transparenter sind und Daten auslesen können. Hierzu gibt es klare Tendenzen von Bund und Ländern dass diese Einführung zum 1.1.2017 stattfinden wirdl. Wie genau die Vorgaben umgesetzt werden, ist derzeit noch ungewiss.

Die statistischen Verfahren:

in der Literatur wird mehrfach zu statistischen Verfahren Stellung genommen. Vor allem im Bezug auf Benford Law gibt es sehr unterschiedliche Meinungen, ob dies in einer Betriebsprüfung angewendet werden können. Fakt ist jedoch, dass einige Finanzgerichte die aus diesen statistischen Verfahren ermittelten Daten zulassen. Zur Zeitreihenanalyse hat sich nun der BFH in seinem Urteil vom wie 25.03.2015 in seinem Leitsatz auszugsweise wie folgt geäußert:

„1. Die Durchführung eines Zeitreihenvergleichs setzt voraus, dass im Betrieb das Verhältnis zwischen dem Wareneinsatz und den Erlösen im betrachteten Zeitraum weitgehend konstant ist. Es darf zudem im maßgebenden Zeitraum nicht zu solchen Änderungen in der Betriebsstruktur gekommen sein, die —nicht anderweitig behebbare— wesentliche Unsicherheiten bei der Aufstellung und Interpretation des Zahlenwerks mit sich bringen.

2. Bei einer Buchführung, die formell ordnungsgemäß ist oder nur geringfügige formelle Mängel aufweist, kann der Nachweis der materiellen Unrichtigkeit grundsätzlich nicht allein aufgrund der Ergebnisse eines Zeitreihenvergleichs geführt werden.“ Zitat Ende

Dies zeigt deutlich, dass der Zeitreihenvergleich eingeschränkt und auch erst dann herangezogen werden kann, wenn andere Gründe dazu geführt haben, dass die Buchhaltung zu verwerfen ist.

Die Erfahrung aus der Betriebsprüfung des Jahres 2015 hat die Annahme verstärkt, dass bargeld intensive Betriebe immer stärker mit Formalitäten überzogen werden, die es dem Betriebsprüfer erlauben die Durchbrechung der ordnungsgemäßen Buchführung festzustellen und dann Einnahmen hinzu zu schätzen.Die Finanzverwaltung vermutet hier deutschlandweit milliardenschwere Steuerhinterziehungen. Es bleibt den Unternehmer also nach wie vor oberste Priorität den Anforderungen an die ordnungsgemäße Buchführung zu entsprechen.

 

Die Bankenkrise – neue Chancen für gut aufgestellte Unternehmer

Langjährige Unternehmer wissen, dass in jeder Krise auch eine Chance steckt. So ist das auch mit der Bankenkrise. Aufgrund der hohen Staats-Verschuldung ist die Zentralbank verpflichtet, den Zinssatz niedrig zu halten. Die Banken sind zwar derzeit mit der Vergabe von Krediten zurückhaltend, bieten jedoch erfolgreichen Unternehmen mit transparenten Zahlen von sich aus Kredite an. Hinzu kommt, dass die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau und der Landesbank Baden-Württemberg zu Zinssätzen führen, die bei 1,5 %beginnen.

„Am Anfang das Ende im Sinn haben“ Steven Covey

Überraschungen der positiven Art nehmen unternehmerisch denkende Menschen gerne in Kauf. Was aber, wenn sich die wirtschaftlichen Verhältnisse nicht so entwickeln wie sie es sich wünschen. Wäre es da nicht gut, wenn Sie das rechtzeitig feststellen könnten? Natürlich können Sie warten bis die Bank Sie darauf aufmerksam macht, dass sich gewisse Dinge anders entwickeln als sie es geplant haben. Das ist unangenehm und setzt voraus, dass sie über eine Planung verfügen. In stelle immer wieder fest, dass das Thema Planung in vielen Unternehmen sehr stiefmütterlich behandelt wird. Oft erfolgt der Hinweis auf Kosten und mangelnde Planbarkeit des Marktes. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Wäre es nicht besser die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und die selbstgesteckten Ziele ganzjährig ohne großen Aufwand vor Augen zu haben? Folgende Punkte helfen Ihnen bei Ihrer individuellen Unternehmensplanung.

Planen Sie Ihre wirtschaftlichen Ergebnis – Soll-ist-Vergleiche mit der Plan-Betriebswirtschaftlichen Auswertung (Plan-BWA)

Bei Fahrten im eigenen Pkw klingt es selbstverständlich, dass sie während Sie voraus fahren, nicht ausschließlich in den Rückspiegel schauen. Genau das tun jedoch Unternehmer, diie ihre aktuellen Zahlen mit denen des Vorjahres vergleichen. Dies ermöglicht lediglich die Feststellung, ob die derzeitige wirtschaftliche Situation derjenigen der Vorjahresperiode entspricht. Jedoch viel wichtiger als diese Erkenntnis, ist die Möglichkeit der Steuerung des Unternehmens mit Blick in die Zukunft. Sorgfältig geplante Umsätze, Kosten und daraus resultierende Ergebnisse und Finanzierungbedarfe ermöglichen die Abweichung vom geplanten „Soll“ während des laufenden Jahres zeitnah zu erkennen. Stellen sich die gewünschten Resultate nicht ein, können Sie sofort gegensteuern. Gleichzeitig hilft Ihnen die Planung zu erkennen, welche unternehmerischen Schritte und Entscheidungen getroffen werden müssen, damit das angestrebte Ziel überhaupt erreicht werden kann. Und die werden dann schon zu Beginn des Jahres festgelegt und können ihre Wirkung das ganze Jahr entfallten. Hier noch ein Tipp zur Planung: planen Sie immer vom Umsatz aus den Sie erreichen möchten. Hieraus ergeben sich grundsätzlich die notwendigen Investitionen in Personal und Sachmittel und der daraus resultierende Finanzierungsbedarf. Hieraus können Sie leicht erkennen, dass diese Planung schon im letzten Quartal des laufenden Jahres für das folgende Jahr durchgeführt werden sollte, da möglicherweise Gespräche mit Banken anstehen.

 

 

 



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